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Vorabpauschale 2026: Basiszins, Formel und Rechenbeispiel

Von Anel Bejtovic, Bejtovic Capital UG (haftungsbeschränkt) · Veröffentlicht am 12.10.2026 · Gerechnet nach den Regeln für 2026.

Für 2026 gilt ein Basiszins von 3,20 %, nach 2,53 % im Vorjahr. Ein thesaurierender Fonds mit 10.000 € Wert am Jahresanfang löst damit eine Vorabpauschale von bis zu 224,00 € aus. Versteuert wird sie im Januar 2027, und solange dein Sparer-Pauschbetrag reicht, kostet sie nichts.

Der Basiszins steigt auf 3,20 %

Der Basiszins ist die Rendite einer Bundesanleihe mit fünfzehn Jahren Restlaufzeit am ersten Börsentag des Jahres, abgeleitet aus der Zinsstrukturkurve der Bundesbank (§ 18 Abs. 4 InvStG mit § 203 Abs. 2 BewG). Das Bundesfinanzministerium gibt ihn jedes Jahr im Januar bekannt. Für 2026 sind es 3,20 %, für 2025 waren es 2,53 %.

Mit dem Basiszins steigt die Vorabpauschale. Auf 10.000 € Fondswert ergab der alte Satz 177,10 €, der neue ergibt 224,00 €, gut ein Viertel mehr.

Die Formel hat drei Schritte

Zuerst kommt der Basisertrag: Wert des Fondsanteils am Jahresanfang mal Basiszins mal 70 % (§ 18 Abs. 1 InvStG). Davon gehen die Ausschüttungen des Jahres ab. Die Vorabpauschale ist der kleinere Betrag aus diesem Rest und dem Wertzuwachs des Jahres; ist der Fonds gefallen, gibt es keine.

Für Anteile, die erst im Laufe des Jahres gekauft wurden, mindert sich die Vorabpauschale um ein Zwölftel für jeden vollen Monat vor dem Kauf (§ 18 Abs. 2 InvStG). Sie gilt am ersten Werktag des Folgejahres als zugeflossen, für 2026 also im Januar 2027 (§ 18 Abs. 3 InvStG).

Steuer fällt nach der Teilfreistellung an

Die Vorabpauschale ist ein Investmentertrag (§ 16 InvStG). Bei einem Aktienfonds bleiben 30 % davon steuerfrei, bei einem Mischfonds 15 %; das ist die Teilfreistellung nach § 20 InvStG. Auf den Rest behält die Bank 25 % Abgeltungsteuer ein, dazu 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf und für Kirchenmitglieder Kirchensteuer.

Die Bank zieht die Steuer vom Verrechnungskonto ein. Ein ausschüttender Fonds, dessen Ausschüttungen den Basisertrag erreichen, löst keine Vorabpauschale aus; bei ihm sind die Ausschüttungen der Ertrag.

Rechenbeispiel: ein Aktien-ETF mit 10.000 €

Ein thesaurierender Aktien-ETF ist am Jahresanfang 10.000 € wert und am Jahresende 10.800 €. Der Basisertrag beträgt 10.000 € mal 3,20 % mal 70 %, das sind 224,00 €. Der Wertzuwachs von 800 € liegt darüber, also ist die Vorabpauschale 224,00 €.

Nach der Teilfreistellung bleiben 156,80 € steuerpflichtig. Ist der Sparer-Pauschbetrag schon verbraucht, kostet das 39,20 € Abgeltungsteuer und 2,15 € Solidaritätszuschlag, zusammen 41,35 €.

Ein Freistellungsauftrag fängt kleine Beträge ab

Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 € im Jahr, für Ehepaare 2.000 €. Ist dein Freistellungsauftrag bei der Bank noch nicht ausgeschöpft, behält sie nichts ein. Im Beispiel bleibt die Steuer dann bei 0 €.

Der Teil des Pauschbetrags, den die Vorabpauschale im Januar beansprucht, fehlt später im Jahr für Zinsen und Ausschüttungen. Wer Konten bei mehreren Banken hat, teilt den Freistellungsauftrag auf, insgesamt höchstens bis zum Pauschbetrag.

Beim Verkauf wird die Vorabpauschale angerechnet

Beim Verkauf mindern die Vorabpauschalen, die für die verkauften Anteile schon versteuert wurden, den Gewinn (§ 19 Abs. 1 Satz 3 InvStG). Die Bank führt diese Beträge selbst mit. Wie Gewinn, Teilfreistellung und die Reihenfolge der Anteile zusammenspielen, zeigt der Artikel zur Kapitalertragsteuer auf ETF-Verkäufe.

Die Vorabpauschale zieht damit einen Teil der Steuer nach vorn. Ob die Summe am Ende gleich bleibt, hängt davon ab, wie dein Steuersatz, dein Pauschbetrag und die Kirchensteuer in den einzelnen Jahren aussehen.

Häufige Fragen

Wann wird die Vorabpauschale für 2026 abgebucht?

Sie gilt am ersten Werktag des Folgejahres als zugeflossen, also im Januar 2027. In den Tagen danach zieht die Bank die Steuer vom Verrechnungskonto ein, soweit der Freistellungsauftrag nicht reicht.

Fällt bei einem ausschüttenden ETF eine Vorabpauschale an?

Nur wenn die Ausschüttungen des Jahres kleiner sind als der Basisertrag. Dann zählt die Differenz als Vorabpauschale, höchstens bis zum Wertzuwachs des Jahres.

Was gilt, wenn mein Fonds im Jahr Verlust gemacht hat?

Dann gibt es keine Vorabpauschale, denn sie ist auf den Wertzuwachs des Jahres begrenzt (§ 18 Abs. 1 InvStG). Der Verlust wirkt erst beim Verkauf.

Muss ich die Vorabpauschale in der Steuererklärung angeben?

Nicht, wenn deine Bank in Deutschland die Steuer einbehalten hat. In die Anlage KAP gehört sie, wenn du die Günstigerprüfung beantragst oder dein Depot im Ausland liegt.

Warum ist der Basiszins für 2026 höher als für 2025?

Er folgt der Rendite langlaufender Bundesanleihen am ersten Börsentag des Jahres. Sie lag Anfang 2026 höher als ein Jahr zuvor, deshalb stieg der Basiszins von 2,53 % auf 3,20 %.

Quellen

Mit deinen eigenen Zahlen rechnet der Vorabpauschale-Rechner.

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