Rentenlücke berechnen: was die Zahlen bedeuten
Was die Rentenlücke ist
Die Rentenlücke ist der Unterschied zwischen dem, was du im Ruhestand im Monat ausgeben möchtest, und dem, was deine Rente netto bringt. Fehlt dir jeden Monat ein Betrag, musst du ihn aus Erspartem nehmen, aus einem Depot, einem Konto oder einer weiteren Rente.
Die Lücke ist ein Betrag in heutigen Euro. Mit der Inflation wächst sie jedes Jahr, auch wenn du dir nicht mehr leistest als heute.
Warum der Rechner mit der Netto-Rente rechnet
Von der Bruttorente gehen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab, und über dem Grundfreibetrag von 12.348,00 € im Jahr fällt Einkommensteuer an. Wer 2026 in Rente geht, versteuert 84 % seiner Rente (§ 22 EStG). Darum zählt für die Lücke, was netto ankommt. Die Netto-Rente rechnet der Netto-Rente-Rechner aus deiner Bruttorente.
Wie viel du im Ruhestand brauchst
Den Bedarf gibst du als festen Betrag oder als Anteil deines heutigen Nettoeinkommens ein. Der Planer nimmt 80 % an, weil im Ruhestand Ausgaben für den Weg zur Arbeit und für die Altersvorsorge wegfallen; andere, etwa für Gesundheit, kommen hinzu.
Kapitalbedarf und Annahmen
Der Kapitalbedarf ist das kleinste Kapital, aus dem ein Entnahmeplan die Lücke über die Jahre deines Ruhestands jeden Monat zahlt. Der Rechner folgt dabei der Reihenfolge des Planers: Die Entnahme eines Jahres wird zu Jahresbeginn genommen, das übrige Kapital bringt die angenommene Rendite, und die Entnahme wächst jedes Jahr mit der Inflation.
Rendite, Inflation und Dauer sind Annahmen. Der Planer rechnet mit 2 % Inflation, dem Ziel der Europäischen Zentralbank, und für einen Mischfonds mit 4,25 % Rendite, der Hälfte aus Aktien- und Anleihenrendite. Eine niedrigere Rendite oder ein längerer Ruhestand erhöhen den Kapitalbedarf.
Das Rechenbeispiel
Die Netto-Rente des Beispiels ist die des Netto-Rente-Rechners: 1.618,93 € im Monat. Bei einem heutigen Nettoeinkommen von 2.800,00 € sind 80 % davon 2.240,00 €. Die Lücke beträgt 621,07 € im Monat oder 7.452,84 € im Jahr. Für 28 Jahre braucht ein Entnahmeplan dafür 157.862,81 €; im letzten Jahr entnimmt er wegen der Inflation 1.060,10 € im Monat.
Was der Rechner nicht rechnet
Der Rechner rechnet ohne Steuern auf die Entnahmen, ohne Beiträge zur Krankenversicherung auf Kapitalerträge und mit einer festen Rendite. Er nimmt an, dass deine Rente und dein Wunschbetrag gleich mit der Inflation steigen; dann wächst die Lücke um die Inflation. Steigt deine Rente langsamer, wächst die Lücke schneller und du brauchst mehr Kapital. Der Planer rechnet all das Jahr für Jahr, mit Steuern je Fondsanteil, Rentenanpassungen und einer Risikoansicht mit vielen möglichen Verläufen.