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Renteninformation lesen: welche Zahl gilt und was davon netto bleibt

Stand: Oktober 2026

Von Anel Bejtovic, Bejtovic Capital UG (haftungsbeschränkt) · Veröffentlicht am 13.10.2026 · Gerechnet nach den Regeln für 2026.

Die Renteninformation nennt drei Rentenbeträge, und alle drei sind brutto. Von 1.913,40 € bleiben im Beispiel 1.615,44 € netto, und wer mit 63 aufhört, bekommt deutlich weniger als die Zahl minus Abschlag. Hier steht, welche Zeile was bedeutet und welche in den Rechner gehört.

Renteninformation verstehen: drei Beträge, drei Fragen

Ab dem 27. Geburtstag schickt die Deutsche Rentenversicherung jedes Jahr eine Renteninformation, ab dem 55. Geburtstag alle drei Jahre stattdessen die ausführlichere Rentenauskunft (§ 109 Abs. 1 SGB VI). Darin stehen drei Rentenbeträge: die Rente bei voller Erwerbsminderung, die Rente aus den bisher gezahlten Beiträgen und eine Prognose der Regelaltersrente.

Die Rente wegen voller Erwerbsminderung gilt nur für den Fall, dass du heute voll erwerbsgemindert würdest; mit einer Altersrente hat sie nichts zu tun. Die bisher erreichte Rente zeigt, was ohne einen weiteren Beitrag bliebe. Für die Planung zählt die Prognose, weil sie die Beiträge der letzten Jahre bis zur Regelaltersgrenze fortschreibt.

Alle Beträge sind brutto

Jeder Betrag in der Renteninformation ist eine Bruttorente. Davon gehen die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung direkt ab, und die Einkommensteuer setzt später das Finanzamt fest. Die Rentenversicherung behält keine Lohnsteuer ein, und eine Rente hat keine Steuerklasse.

Die Prognose rechnet mit dem heutigen Rentenwert von 42,52 € je Entgeltpunkt. Was künftige Rentenerhöhungen ausmachen könnten, zeigt sie getrennt davon (§ 109 Abs. 3 SGB VI).

Rechenbeispiel: von 1.913,40 € bleiben 1.615,44 €

Die Prognose nennt 45 Entgeltpunkte zur Regelaltersgrenze, also 45 × 42,52 € = 1.913,40 € brutto im Monat. In der Krankenversicherung der Rentner mit Kindern gehen 171,83 € Kranken- und 68,88 € Pflegeversicherung ab.

Bei einem Rentenbeginn im Jahr 2026 sind 84 % der Rente steuerpflichtig, im Beispiel sind das 57,25 € Steuer im Monat. Netto bleiben 1.615,44 €, wie der Netto-Rente-Rechner zeigt.

Mit 63 kommen Abschlag und fehlende Punkte zusammen

Wer mit 63 statt mit 67 in Rente geht, bekommt die Rente 48 Monate früher und dafür 14,4 % Abschlag, lebenslang (§ 77 SGB VI). Auf die Prognose angewendet wären das 1.637,87 €.

Die Prognose nimmt aber an, dass du bis 67 weiter einzahlst. Hörst du mit 63 auf, fehlen vier Jahre mit je etwa einem Punkt, es bleiben 41 Punkte, und mit dem Abschlag sind das 1.492,28 € brutto. Das sind rund 22 % weniger als die Zahl in der Renteninformation, netto bleiben bei einem Rentenbeginn im Jahr 2027 1.299,88 €.

Den Abschlag für deinen Jahrgang rechnet der Rente-mit-63-Rechner, die Punkte bis zum Rentenbeginn der Rentenrechner. Wann es die Rente nach 45 Jahren ohne Abschlag gibt, steht unter 45 Jahre für die Rente.

Warum die Punkte manchmal sinken

Für das letzte Jahr bucht die Rentenversicherung die Punkte zuerst mit dem vorläufigen Durchschnittsentgelt (§ 70 Abs. 1 Satz 1 SGB VI mit Anlage 1). Steht das endgültige fest und liegt es höher, ergibt derselbe Lohn etwas weniger Punkte, und die nächste Renteninformation zeigt eine kleinere Zahl.

Auch die Prognose schwankt: Ein Jahr mit weniger Lohn, Teilzeit oder Arbeitslosigkeit senkt den Schnitt, den sie fortschreibt. Die Rente aus den bisherigen Beiträgen sinkt in der Regel nicht; Ausnahmen sind ein Versorgungsausgleich nach einer Scheidung und die Korrektur gemeldeter Löhne oder Zeiten.

Lücken im Versicherungsverlauf lassen sich klären

Die Renteninformation rechnet nur mit den Zeiten, die im Versicherungskonto stehen. Fehlen Schul-, Ausbildungs- oder Kindererziehungszeiten, beantragst du eine Kontenklärung (§ 149 SGB VI) und legst Belege wie Zeugnisse oder Geburtsurkunden bei.

Den Versicherungsverlauf mit allen Zeiten schickt die Rentenversicherung auf Antrag. Vor dem Rentenantrag prüft sie das Konto ohnehin, eine frühe Klärung erspart aber die Suche nach alten Belegen.

Häufige Fragen

Ist die Rente in der Renteninformation netto?

Nein, alle drei Beträge sind brutto. Im Beispiel gehen von 1.913,40 € noch 171,83 € Kranken- und 68,88 € Pflegeversicherung und 57,25 € Steuer ab, netto bleiben 1.615,44 €.

Welche Zahl gebe ich in den Netto-Rente-Rechner ein?

Die Prognose der Regelaltersrente, wenn du bis zur Regelaltersgrenze arbeitest. Gehst du früher, ziehst du zuerst die Punkte der fehlenden Jahre und den Abschlag ab, sonst ist der Betrag zu hoch.

Ist die Rente bei voller Erwerbsminderung meine Rente mit 63?

Nein. Sie gilt nur, wenn du heute voll erwerbsgemindert würdest (§ 43 SGB VI), und hat mit einer Altersrente nichts zu tun.

Ist der Abschlag in der Zahl der Renteninformation schon abgezogen?

Nein, die Prognose gilt für einen Beginn mit der Regelaltersgrenze, ohne Abschlag. Mit 63 kommen 14,4 % Abschlag dazu, lebenslang, und die Punkte der Jahre bis 67 kommen nicht mehr dazu.

Warum ist meine Renteninformation niedriger als im Vorjahr?

Weil die Prognose den Schnitt der letzten Jahre fortschreibt und ein schwächeres Jahr ihn senkt. Dazu kann das endgültige Durchschnittsentgelt die Punkte des Vorjahres etwas mindern (§ 70 SGB VI).

Quellen

Mit deinen eigenen Zahlen rechnet der Netto-Rente-Rechner.

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